Donnerstag, 16. April 

Filmvorführung und Diskussion:
Transporte in den Tod. Zur Logistik der NS-Krankenmorde

Die NS-Euthanasiemorde wurden nach weiträumigen Verlegungen der Patienten in die Tötungsanstalten verübt. Der Weg in die Gaskammern sollte verschleiert werden. Zugleich wurde damit die Transportlogistik optimiert, die später die jüdischen Mitbürger in den Tod beförderte.
Film: 25 Minuten, anschließend Kommentar und Diskussion.
Über die Oldenburger Geschehnisse informiert Dr. habil. Ingo Harms.

Donnerstag, 23. April, 19.30 Uhr 

Filmvorführung und Diskussion mit Dr. Christoph Schneider, Frankfurt:
Der Euthanasie-Prozess gegen Heyde-Sawade.
DDR-Dokumentation von 1963.

Professor Werner Heyde war verantwortlich für den Mord an 72.200 Patienten der deutschen Psychiatrie in den Jahren 1939-1941. In der Nachkriegszeit lebte er als anerkannter Psychiater und psychiatrischer Gutachter in Flensburg unter dem Namen Dr. Sawade. Nach seiner Verhaftung kam es zum „Heyde-Sawade-Prozess“, der jahrzehntelang die Datengrundlage für die Geschichtsschreibung zum NS-Krankenmord bildete. Heyde entzog sich der Justiz durch

Selbstmord. Der DDR-Film zeigt den Prozess „gegen Heyde und andere“ und seinen Hintergrund auf eine für die Justiz der Bundesrepublik wenig schmeichelhafte Weise. Die Täter kamen mit unglaublich geringen Strafen davon. Die Geschehnisse werden mit den Oldenburgischen Hungermorden in Beziehung gesetzt.
Ort: Wallstraße 24, Oldenburg, Werkstattfilm e. V. 

Donnerstag, 7. Mai, 19.30 Uhr

Vortragsveranstaltung:
Militär und Euthanasie.
Die "Wiederherstellung der Kampfmoral" und die Krankenmorde an deutschen Soldaten

Die Psychiatrie stellte sich in beiden Weltkriegen bedingungslos in den „Dienst des Vaterlandes“. Sigmund Freud sprach von „Maschinengewehren hinter der Front“. Deutsche Soldaten, die den psychischen Belastungen im Krieg nicht gewachsen waren, wurden in Heil- und Pflegeanstalten grausam misshandelt. Für die Betroffenen konnte dies den Tod bedeuten. Die Verstrickung der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen wird am Schicksal von Marinesoldaten aus Wilhelmshaven aufgezeigt.
Referenten: Dr. Maria Hermes, Dr. habil. Ingo Harms
Ort: Stadtmuseum Oldenburg

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Gedenkkreis Wehnen e.V., Alte Pathologie Wehnen
Hermann-Ehlers-Straße 7
26160 Bad Zwischenahn
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